CALL FOR PAPERS - IV. FORUM KUNST DES MITTELALTERS 2017 - DEUTSCH

 IV. FORUM KUNST DES MITTELALTERS / FORUM MEDIEVAL ART
360° – Verortung, Entgrenzung, Globalisierung

BERLIN & BRANDENBURG
20.-23.09.2017

 

Deadline: 31. Oktober 2016

Referatsvorschläge bis zu max. einer Seite sind zu senden an:
mail@mittelalterkongress.de

 

Sektion 9:
Ans Ende der Welt – Künstlerischer Austausch durch Grenzhandel im Hanseraum

Organisation: Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte
Sektionsleitung: Gerhard Weilandt (Greifswald), Kerstin Petermann & Anja Rasche (Lübeck)

Seit dem 12. Jahrhundert schließen sich Fernhandelskaufleute genossenschaftlich zusammen, um gemeinsam über Gotland nach Novgorod zu fahren und dort Handel zu treiben. Novgorod ist zu dieser Zeit ein wichtiges Handelszentrum mit direkter Anbindung an das byzantinische Reich. Die Anfänge des hansischen Handels nach Osten finden im Westen ihr Pendant: In London entwickelt sich der Stalhof im Laufe des 13. Jahrhunderts zum Kontor der Hansekaufleute. London und Novgorod markieren die west-östliche Ausdehnung des mittelalterlichen Hansehandels. Der nord-südliche Erfahrungshorizont der Händler reichte vom Polarkreis bis zum Mittelmeer. Die Endpunkte des Handels sind aus der Sicht der Kaufleute Kontaktzonen an den damaligen Grenzen Europas, ja der Welt. Welche Wirkungen gehen von diesen Fernreisen aus? Werden Architektur, Kunst und Luxusartikel dadurch geprägt? Gab es einen geistigen Austausch, einen Kulturtransfer, oder blieben die fremden Dinge, die man auf den Reisen sah, unverstandene Exoten?
Die Sektion fragt sowohl nach den Wirkungen des hansischen Handels auf die Kunst als auch nach den Funktionen der Kunst im hansischen Handel. Sie nimmt damit auch Bezug auf die Tagungsorte – sowohl Berlin als auch Brandenburg waren Hansestädte. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die hansetypischen Fahrerkompanien gelegt: In vielen Hansestädten entstehen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts Korporationen von Kaufleuten, die ein gemeinsames Handelsziel haben: Novgorod-, Bergen- oder Riga-, aber auch Schonen-, England-, Venedig- und Flandernfahrer, um nur einige zu nennen. Diese treten häufig als Auftraggeber von Altären und deren Ausstattung, eigenen Gestühlen und anderem in den Kirchen der Hansestädte in Erscheinung. Lässt sich an den von ihnen gestifteten Objekten die Weite ihrer kulturellen Kontakte und ihr intellektueller Horizont ablesen? Welche Wechselwirkungen von Eigenem und Fremdem lassen sich beschreiben? Haben sich in der Fremde Objekte aus Hansestädten erhalten? Welchen Einfluss haben die Zielorte der Fahrerkompanien auf die Stiftungen in ihren Heimatstädten, z.B. bezüglich des Heiligenkults oder der Wahl des Materials?

Call for papers

 

Geld, Prestige und Verantwortung: Bankiers als Akteure im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Netzwerk in Nordosteuropa des 16.-20. Jahrhunderts

 

Eine internationale Tagung veranstaltet von dem Nordost-Institut (IKGN e. V.) in Lüneburg und dem Institut für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

Veranstaltungstermin:    28.-30.09.2017

 

Veranstaltungsort: Nordost-Institut (IKGN e. V.) an der Universität Hamburg, Lüneburg

 

Bankiers förderten als Unternehmer, Kontaktbezieher und -vermittler, Auftraggeber und Mäzene die soziokulturelle Stadt- und Regionalentwicklungen maßgeblich. Besonders die politisch-urbanen Zentren profitierten von ihrem Unternehmergeist und den beziehungspolitischen Verflechtungen. Im Gegensatz zu anderen Regionen hat die Kulturgeschichtsschreibung in Nordosteuropa dem Gewerbe des Bankiers bislang wenig Aufmerksamkeit gewährt. Es wurde zwar zum Untersuchungsfeld der Wirtschaftsgeschichte und der sozialgeschichtlichen Bürgertumsforschung, die sich jedoch meist auf Banken als Institutionen bzw. auf der bürgerlichen Herkunft der Bankiers fokussierten. Dabei blieben die regionalen Erfahrungen, geographische und sozio-politische Besonderheiten der nordosteuropäischen Regionen oft unberücksichtigt. Darüber hinaus lag der zeitliche Schwerpunkt überwiegend auf der Moderne, während die Erforschung der früheren Phasen des Bankwesens viele Lücken aufweist. Zudem stellt eine von westlichen Präfigurationen befreite Untersuchung nordosteuropäischer Bankiers in einem breiteren methodischen wie zeitlichen Rahmen ein Forschungsdesiderat dar. Auf der geplanten Tagung soll daher erörtert werden, welche Rolle Bankiers im politischen, sozialen und kulturellen Leben Nordosteuropas spielten und inwiefern bestimmte Charakteristika der Region dabei prägend waren. Folgerichtig wird die geplante Tagung in drei thematische Blöcke aufgeteilt:

 

 

 

a)                 Bankiers als Unternehmer

 

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Geldwirtschaft von den Privatbankiers bestimmt. Die als Familien- bzw. Eigentümerunternehmen geführten Privatbanken in Danzig, Reval oder Königsberg spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau und der Finanzierung wichtiger Wirtschafts- und Industriebreiche in Nordosteuropa. Durch den im ausgehenden 19. Jahrhundert angesetzten Übergang vom Eigentümer- zum modernen Managerkapitalismus musste die Rolle der Privatbanken vielfach neu definiert werden. Es zählte vor allem, welchen Einfluss sie auf die geschäftlichen Beziehungen des jeweiligen Landes, auf Industrie und Handel, Landwirtschaft und Gewerbe auszuüben vermochten. Die Finanzunternehmer avancierten immer mehr zu Diplomaten und Industriespezialisten, die zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen zu vermitteln wussten.

 

- Wie war die wirtschaftliche Situation der Finanzunternehmen in Nordosteuropa und welchen Dynamiken unterlag sie?

 

-Welchen Einfluss hatten die Privat- und Managerbankiers auf die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region?

 

-Welche Rolle spielten die Verwandtschaftsbeziehungen beim Aufbau von geschäftlichen Vertrauensnetzwerken?

 

 

 

b) Bankiers als Politiker und Kontaktvermittler

 

Der Verdacht, Bankiers könnten als graue Eminenzen hinter politischen Entscheidungen stehen, ist so alt wie ihr Gewerbe. Doch auch dort, wo Bankiers keinerlei politischen Einfluss anstrebten, waren sie auf die Kooperation und das Wohlwollen der Machthabenden angewiesen. Dabei konnten die Machtbeziehungen so unterschiedlich sein, wie die jeweiligen Interessen. Für viele Bankiers waren gute Beziehungen zur Obrigkeit hauptsächlich wichtig, um ihre Geschäfte vor Eingriffen der regulierenden Herrschaft zu schützen. Umgekehrt fungierten viele Bankiers den politischen Machthabern als Berater in finanziellen Dingen, für die diesen das Fachwissen fehlte. Überdies war es keine Seltenheit, dass Bankiers auf kommunaler Ebene tätig wurden, wobei besonders soziale Maßnahmen (Wohltätigkeit, Sport oder Kultur) im Vordergrund standen.

 

-       Auf welchem Wege kamen die Beziehungen zwischen Finanz- und politischen Eliten zustande? Welche Interessen waren maßgeblich, welche Abhängigkeitsverhältnisse bestanden?

 

-       Welche Rolle spielten die internationalen Netzwerke der Bankiers für die nationale/regionale Politik?

 

-       Welche Formen sozialpolitischen Engagements gab es, welche Ziele verfolgten die Bankiers mit ihnen und wie wurde ihre Aktivität in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

 

 

 

c) Bankiers als Kunst- und Kulturförderer

 

Die gesellschaftliche Position der Bankiers forderte einen angemessenen repräsentativen Rahmen. Sowohl für die Aufsteiger als auch für die alten Geschlechter war die Prachtentfaltung für die Legitimierung bez. Bestätigung ihres Prestiges unentbehrlich. Die überregionale Tätigkeit der Bankiers begünstigte die Erweiterung ihres kulturellen Horizontes. Folglich wurden sie oft zu „Trendsettern“, die das Repräsentationspotential neuer Artefakte oder Moden für sich selbst und für ihre Kundschaft entdeckten. Die Handelswege und Kontore bzw. Bankhäuser der Bankiers funktionierten daher als Kontaktrouten und - zonen, die den transregionalen Austausch von Gütern, Ideen, Moden, Technologien und Wissen ermöglichten.

 

-       Welche Repräsentationsmittel und -strategien nutzten Bankiers um ihre Position zu untermauern? Waren sie als Kunststifter, und -förderer oder Sammler aktiv?

 

-       Übernahmen die Bankiers Repräsentationsstrategien anderer gesellschaftlicher Gruppen oder kreierten sie spezifische Verhaltensmuster? Lässt sich ein typisches Verhalten eines Bankiers als Kunststifter, Mäzen oder Sammler rekonstruieren oder verfolgten einzelne Bankiers individuelle Strategien?

 

-       Lassen sich im Luxusgüterkonsum der Bankiers in Nordosteuropa Präferenzen für Produkte, bzw. Moden aus bestimmten Kunst- und Kulturzentren beobachten? Überlappt sich diese Orientierung mit ihren politischen bzw. wirtschaftlichen Wirkungsgebieten?

 

 

 

Vorschläge (auf Deutsch oder Englisch) mit einem maximal halbseitigen Abstract und einem kurzen CV sollen bis zum 30. November 2016 bei allen VeranstalterInnen PD Dr. David Feest (D.Feest@ikgn.de), Prof. Dr. Aleksandra Lipińska (aleksandra.lipinska@kunstgeschichte.uni-muenchen.de), PD Dr. Agnieszka Pufelska (a.pufelska@ikgn.de) eingereicht werden. Ausgewählte BewerberInnen werden bis zum 15. Dezember 2016 informiert. Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist vorgesehen. Die Reise- und Übernachtungskosten können für Vortragende übernommen werden.

 

 

 

 

 


 

The Hansa in the North – Cultural and Social Transformations
"Social Networks, Cultural Communication, and Everyday Life: the Hansa and beyond"
2 - 4 March 2017, University of Tampere

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CONFERENCE

THE REFORMATION AND THE ARTS AROUND THE NORTH SEA

Monday March 6th 2017 at 10 - 16.30

Bryggens museum, Bergen

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Ein wunderbares Netzwerktreffen im Deutschen Schiffahrtsmuseum  Bremerhaven fand vom 27.-29.01.2017 statt

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Konf: Probleme um die Edition städtischer und hansischer Quellen

17.03.2017-18.03.2017, Lübeck, Europäisches Hansemuseum Lübeck, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck

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IV. Forum Kunst des Mittelalters 2017: 360 Grad - Verortung, Entgrenzung, Globalisierung. Sektion 9: Ans Ende der Welt - Künstlerischer Austausch durch Grenzhandel im Hanseraum - organisiert vom Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte.

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Ein wunderbares Netzwerktreffen fand in Stralsund vom 7.-9. Oktober 2016 statt!

Programm und weitere Infos

 

Tagungsbericht:

Schriften und Bilder des Nordens. Niederdeutsche Medienkultur im späten Mittelalter,  Interdisziplinäre Fachtagung vom 15. bis 17. Oktober 2015 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

weitere Infos

Deutsches Schiffahrts-
museum:

Webblog zum Forschungs-
projekt: Between the
North Sea and the
Norwegian Sea:
Interdisciplinary
Studies of the Hanse
https://fishandships.
dsm.museum/

Tagungsbericht zur
1.Internationalen und
Interdisziplinären
Tagung des Netzwerks
"Hansische
Identitäten" in
Greifswald.
Weitere Infos

Die ersten Einträge im
Hanselexikon sind
online:
http://www.
hanse
lexikon.de/